Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen« – erkannte einst Samuel Longhorne Clemens, bekannter als Mark Twain, der in jungen Jahren zumindest Untiefen und Sandbänke im Mississippi genau verhersagen können musste.
Makroökonomen und Verbandsfunktionäre sind keine Flusslotsen, und deshalb liegen sie manchmal gewaltig daneben: Da wurde vor etwa 15 Monaten dem Werkzeugmaschinenmarkt für 2011 ein Umsatzrückgang von zwölf, vor einem Jahr immerhin noch von sechs Prozent prophezeit, und nun musste man seine Vorhersage von plus 30 Prozent »bestätigen«. Es gibt schlimmere Irrtümer. Zwar liegen die Prognosen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung selten so weit daneben; zwei Prozent sind aber nicht untypisch, und bei Wachstumsraten zwischen null und einem Prozent kann schon einmal aus einem Plus ein Minus werden – oder umgekehrt, Vorzeichenfehler sind ja auch nicht ganz untypisch in der Ökonomie.
Stichwort Vorzeichen: Wenden wir einmal den Zeitstrahl, denn auch im Rückblick geht manches daneben, zum Beispiel auf den troianischen Bund: »Bundestroianer« ist eine üble Verunglimpfung, eine Verdrehung der mythologischen Wahrheit, denn die Troianer waren nicht die Täter, sondern die Opfer eines hinterhältigen Tricks! Nur dass die Troianer nicht vorsätzlich auf die üblen griechischen Täuschungsmanöver hereingefallen sind. Immerhin, auch sie hätten es besser wissen können: »Timeo Danaos et dona ferentes «, habe der Seher Laokoon vergebens gewarnt, schreibt – nein, nicht Homer, der nachweislich kein Latein konnte (weil es seinerzeit noch kein Latein gab), in der Odyssee, sondern Vergil in der Aeneis. Aeneas war einer der wenigen
überlebenden Troianer, Vater des ersten Romgründers Iulus und Urfahr der Zwillinge Romulus und Remus, deren Vater Mars in Bleche gekleidet war. Indirekt hat uns Aeneas also auch verschiedene Schuldenmacherregierungen und gescheiterte Großraddreher eingebrockt – und möglicherweise geschieht es den Troianern deshalb doch recht, mit Online-Wanzen und anderen Verbrechen in Verbindung gebracht zu werden.
Vielleicht gelingt es der jetzigen Regierung in Rom ja, den Blick von Peti- und anderen -tessen ab- und ihren eigentlichen Aufgaben zuzuwenden. Obwohl es nur allzumenschlich ist, sich im Detail zu verlieren statt sich auf das Große und Ganze zu konzentrieren; an den kleinen Schräubchen herumzudrehen, bis sie abreißen, statt das große Rad.
Auch Manager waren – und sind – nicht gegen diese menschliche Schwäche gefeit: Jahrelang wurden in vielen Betrieben
die Bedingungen für die Mitarbeiter sukzessive verschlechtert, materielle und immaterielle Zuwendungen gekürzt, die Arbeitsanforderungen erhöht, um vordergründig Kosten zu senken; gleichzeitig übersah man das große Rad Umsatz, das am Laufen zu halten qualifizierte und motivierte Mitarbeiter erfordert.
Ein anderes Beispiel für das Drehen kleiner Schräubchen ist die Glühlampenverordnung. Die Einsparungen an Primärenergie sind überschaubar. Viel mehr brächte – davon freilich völlig unabhängig – die Wärmedämmung von Gebäuden, und da tut die Politik zwar einiges, hat aber ein Kommunikationsproblem: Die Glühlampe ist zahllose Schlagzeilen wert gewesen, aber wer hat schon mitbekommen, dass man die energetische Sanierung seines Wohnhauses mit nur 1,0 % Zinsen finanzieren kann?
Noch besser als bisher sollte die energetische Sanierung gewerblich genutzter Gebäude gefördert werden, vor allem Industriehallen. Bleche dämmen gar nicht, Beton kaum. Immerhin wird bei Neubauten schon freiwillig einiges getan, viele Produktionshallen sind dank der Abwärme der Maschinen heizungstechnisch bereits autark – auch dann noch, wenn die Maschinen und Anlagen energetisch optimiert sind. Oft genug fällt – nicht nur im Sommer – sogar noch Prozesswärme an. Nicht zuletzt ein weites Einsatzgebiet für Bänder, Bleche und Rohre.
Beispiele für Einsparmöglichkeiten im Materialverbrauch, in der Verbindungstechnik, in Produktion und Logistik finden Sie in dieser bbr – und sogar große ›Räder‹.
Zitat:
»Man kann an vielen kleinen Schräubchen drehen, aber das große Rad bewirkt mehr.«
Hans-Georg Schätzl



Ein weiterer großer Name in der Blechbearbeitung ist Eckold. Die Blechbearbeitungsmaschinen werden kundenorientiert angepasst werden. Außerdem sind falzen, stanzen und bördeln kein Problem.